Eine letzte gemeinsame Woche. Ein bisschen Schule. Ein kleiner Rest Unterricht. Und viel, viel Spaß. Die Allergrößten der Schule schmeißen sich in Schale, amüsieren sich gegenseitig mit ihren Kostümen. Gestern war das Thema "Wir mal anders" und so kamen viele im Joggeranzug, Pyjama, Bademantel, als "Ghettobitch" oder auch als das andere Geschlecht verkleidet. Einige haben sich auch gar nicht verkleidet.
Die Vielfalt der Kostüme war groß und beim großen Zusammentreffen in der 1. Hofpause gibt es viel Gelächter und unendlich viele Photos von Freunden in absurd lächerlichen Kostümen. Hier und da wird eine besonders auffällige, kreative oder auch sehr witzige Verkleidung und sein Träger bewundert und bestaunt. Sicher, es ist kein Karneval, denn noch immer sitzen wir im Unterricht mit unserem Kostümen, was ein aberwitziges Bild abgibt, doch es ist schon eine große Freiheit im Schulalltag, sich wie ein Idiot und kindlicher Narr aufführen zu können, ohne dass es jemandem unbedingt negativ auffällt.
Denn in dieser Woche sind wir alle Narren. Narren, Narrenfreiheit.
Immer noch gefangen hinter den Gittern des Schulwesens, doch wir haben begonnen, sie mit Nagelfeilen anzusägen. Stück für Stück.
Siehe da, uns wird diese kleine Freiheit gewährt und schon tanzen wir ausgelassen durch unsere Tage.
Heute lautet das Motto "Kindheitshelden" und viele alte, verstaubte Kindheitserinnerungen wurden ausgegraben.
Micky Maus, Biene Maja, Pippi Langstrumpf, die Teletubbies, der Weihnachtsmann, Barbie, Spongebobs Hausschnecke Gary.
Damals war alles noch anders und viel besser, pflegen wir zu sagen. Die kindliche Freiheit war noch eine ganz andere als die, die wir heute haben. Durch Wissen und Erfahrungen sind wir vieler Illusionen und Träume beraubt worden, doch heute kramen wir wieder alles heraus, weil wir es heute dürfen.
Und so sitzen wir, in unseren Kindheitsträumen eingehüllt, auf harten Stühlen und schreiben einen Deutschtest. Besser gesagt, schreiben einige einen Test, denn da ich und ein paar Andere bereits genug Noten haben, gab uns unsere Lehrerin die Freiheit, freiwillig abzugeben.
Ich tu's nicht und schreibe diesen Text, wobei ich genauso geschäftig wirke wie der Rest unserer Kindheitsträumer. Zzurückgeholt in die Realität des Schullebens.
Morgen dürfen wir uns in die weite Welt und fremde Länder wünschen, denn das Motto wird "weltwärts" lauten. Schon wieder solche Sehnsüchte, die vielleicht nie erfüllt werden. Wer weiß, ob wir in unserem Leben je herumkommen werden.
Wie grausam, Hoffnungen zu erwecken.
Aber für den Augenblick macht es Spaß.
[Diesen Text habe ich wirklich im Deutschunterricht geschrieben und jetzt nochmal auf dem Computer abgetippt]
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Ruhe nach dem Sturm
Gestern Nacht bin ich wieder nach Hause gekommen und ich kann gar nicht beschreiben, wie ich mich gerade fühle. In den vergangenen Wochen war ich sehr viel unterwegs (übrigens danke für eure Geduld), habe neue Leute und Freunde aus aller Welt kennengelernt, fremde Länder besucht, sogar manch Nützliches gelernt und meine Zeit wahrlich genossen. Tausende Eindrücke und Erlebnisse sind hängengeblieben und bringen mich zum Schmunzeln, selbst jetzt im Nachhinein. Die Sommerferien waren für mich wirklich unglaublich schön und ich hoffe, es euch auch so präsentieren zu können. Ich weiß gar nicht, wo ich mit dem Erzählen anfangen soll, aber das werdet ihr schon sehen.
In einer Woche sind die Ferien auch schon wieder vorbei und ich kann mir nicht vorstellen, wieder in ein ganz normales Alltagsleben einzutauchen. Nicht mehr morgens in Zelten oder Hotels mit Familie und Freunden aufzuwachen, nicht mehr planlos in einer fremden Stadt nach Einkaufszentren oder guten Restaurants zu suchen, nicht mehr die ganze Nacht mit Reden und Lachen mit vertrauten und fremden Leuten zu verbringen, nicht mehr Photos von schönen Landschaften schießen zu können (in meiner Stadt gibt es so etwas nicht, haha), nicht mehr mit Freunden tollen Konzerten zu lauschen, nicht mehr in Touristenmassen bei berühmten Sehenswürdigkeiten eingequetscht zu sein, nicht mehr in die Eigenart eines Landes eintauchen können und davon fasziniert zu sein.
Oh ja, ich bin jetzt schon wehmütig.
(Ganz Schluss soll aber nicht sein, morgen fahre ich recht spontan mit Freunden für einen Tag nach Polen)
In einer Woche sind die Ferien auch schon wieder vorbei und ich kann mir nicht vorstellen, wieder in ein ganz normales Alltagsleben einzutauchen. Nicht mehr morgens in Zelten oder Hotels mit Familie und Freunden aufzuwachen, nicht mehr planlos in einer fremden Stadt nach Einkaufszentren oder guten Restaurants zu suchen, nicht mehr die ganze Nacht mit Reden und Lachen mit vertrauten und fremden Leuten zu verbringen, nicht mehr Photos von schönen Landschaften schießen zu können (in meiner Stadt gibt es so etwas nicht, haha), nicht mehr mit Freunden tollen Konzerten zu lauschen, nicht mehr in Touristenmassen bei berühmten Sehenswürdigkeiten eingequetscht zu sein, nicht mehr in die Eigenart eines Landes eintauchen können und davon fasziniert zu sein.
Oh ja, ich bin jetzt schon wehmütig.
(Ganz Schluss soll aber nicht sein, morgen fahre ich recht spontan mit Freunden für einen Tag nach Polen)
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Menschenmassen am Flughafen (Vietnam Teil 5.1)
Ich finde, Flughäfen und große Hauptbahnhöfe sind wundersame Orte. Jeden Tag strömen Hunderte, vielleicht sogar Tausende von Menschen ständig ein und aus. Sie alle sind nur auf der Durchreise und man fragt sich, wohin wohl deren Reise gehen wird. Wird der Mann seine Heimat verlassen und nun woanders leben? Besucht das Mädchen ihre Freunde in einer anderen Stadt oder bereist sie ein neues Land? Sind das dort Touristen?
Alles ist ein wenig hektisch, mitunter auch chaotisch. An diesen Orten herrscht eine Rastlosigkeit und Kurzlebigkeit, die mich fasziniert. Sobald ein Zug oder ein Flugzeug losfährt/-fliegt, gehen Hunderte Menschen verloren. Sie wenden sich vom Ort ab und kehren vielleicht nie wieder um. Oder sie tun es.
Bevor jedoch eine Reise losgeht, muss man oft lange warten. Seehr lange. Und so sitzt eine Menschenmasse zusammen eng in einer Halle, sehnsüchtig abwartend, keiner kennt den anderen. Wenn man die Zeit jedoch nutzt, kann man wirklich interessante Persönlichkeiten kennenlernen. Ein Vietnamese auf dem Weg nach Japan, seinem jahrelangen Arbeitsort. Auf einigen Photos sehe ich seine Freunde und ihn auf dem Gipfel des Berges Fuji lachen, mit der hohen Berglandschaft und dem Nebel im Hintergrund. Zwei Deutsche, einer davon war 4 Wochen auf den Bali-Inseln und zeigt atemberaubende Aufnahmen von Vulkanen und schwarzen Aschestränden und verrückten Posen. Der andere war 2 Wochen lang in Hong Kong und hat es sichtlich genossen. Die beiden haben sich kennengelernt, als sie zufällig ihr gemeinsames Flugzeug verpassten und die Stunden vertreiben wollten (so kann man auch Freunde finden). Und ich denke mir machmal: Das ist das wahre Leben!
Aber was alle Reisenden gemein haben: Man merkt ihnen eine gewisse Anspannung an. Da sie nie wissen, was sie wohl letztendlich erwarten wird, werden einige Menschen durch das Warten nervös. Andere platzen schier vor Vorfreude und ihre Gesichter strahlen.
Ich bin auch gerade in Aufbruchstimmung und habe deshalb recht lang nicht von mir hören lassen. Schließlich gibt es viele Vorbereitungen, die man im Vorfeld von Auslandsreisen treffen muss :)
Blogvorstellung bei wanna have some tea, darling?
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Unerträgliche Hitze
Die Menschen lassen hier auch abends noch Fenster und Türen weit offen, sodass ich beim Spazierengehen in ihr Leben spähen kann: Kinder schauen eine Actionserie im Fernsehen, Männer sitzen oberkörperfrei auf dem Boden und ruhen sich aus, eine Familie findet sich zum gemeinsamen Abendessen auf dem Fußboden zusammen (weil dort bereits alle Speisen auf einer Matte ausgebreitet sind). Eine Katze ist durch ein Seil am Hals festgebunden und liegt auf einem Liegestuhl eines Hauses und ich werde von einem bissigen Wachhund hinter einer verschlossenen Tür angebellt. Nebenbei sind noch allerlei Motorengeräusche, Motorradhupen, laute Gespräche und anderer Straßenlärm zu hören. Einiges davon nehme ich auf, vielleicht reicht es am Ende für ein kleines Video, wer weiß? Alles hier scheint so lebhaft und lebendig. Im Gegensatz zu mir!
Mit einem Besuch eines sehr schönen Cafés mit natürlicher Ambiente endet der sonst so stressige und ermüdigende Tag ziemlich entspannend für mich.
Denn es war im Norden Vietnams ziemlich angenehm mit Temperaturen um die 15°C (obwohl die Leute schon anfingen, zu frieren), doch nun bin ich wieder in Saigon und kämpfe mich mit 30°C durch die Tageshitze. Hier gibt es eben das ganze Jahr über nur Sommer. Da könnte ich glatt vergessen, dass ich hier meine Winterferien verbringe. Ich habe das Gefühl, die Sonne saugt mir meine Lebensenergie aus, sodass ich mich schwach und müde fühle. Das muss wohl die Solarenergie sein, die die Sonne anderen Menschen zuführt. (<- Achtung, schlechter Witz)
Wie auch immer. Was ich hier genau erlebe, seht ihr vielleicht an den Bildern, die nach dem Urlaub kommen. Bleibt dran :)
Mit einem Besuch eines sehr schönen Cafés mit natürlicher Ambiente endet der sonst so stressige und ermüdigende Tag ziemlich entspannend für mich.
Denn es war im Norden Vietnams ziemlich angenehm mit Temperaturen um die 15°C (obwohl die Leute schon anfingen, zu frieren), doch nun bin ich wieder in Saigon und kämpfe mich mit 30°C durch die Tageshitze. Hier gibt es eben das ganze Jahr über nur Sommer. Da könnte ich glatt vergessen, dass ich hier meine Winterferien verbringe. Ich habe das Gefühl, die Sonne saugt mir meine Lebensenergie aus, sodass ich mich schwach und müde fühle. Das muss wohl die Solarenergie sein, die die Sonne anderen Menschen zuführt. (<- Achtung, schlechter Witz)
Wie auch immer. Was ich hier genau erlebe, seht ihr vielleicht an den Bildern, die nach dem Urlaub kommen. Bleibt dran :)
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Nah und doch so weit entfernt
Der Urlaub verlaeuft etwas anders, als ich urspruenglich dachte. Ich reise von einem Ort zum Anderen, sehe Bekannte und meine Familie wieder, die ich schon seit anderthalb Jahren nicht sah. Eigentlich muesste ich vor Freude jauchzen und jubeln und mich freuen, aber ich tue es nicht. Zumindest nicht zurzeit. Ja, ich komme aus Deutschland (Auslandsvietnamesin) und habe holprige Vietnamesischkenntnisse. Aber es liegt nicht an der etwas schwierigen Kommunikation, die die Sache scheitern laesst. Mit der Zeit merke ich immer mehr, dass ich einfach nicht dazugehoere, selbst wenn ich die Sprache perfekt beherrschen wuerde. Ich bin mit den ganzen Menschen hier nicht aufgewachsen, wir kennen einander nicht. Wir sind Fremde. Ich bin das Kind der bekannten Eltern aus Deutschland, das mal alle paar Jahre zu Besuch kommt. Und das wars. Ehrlich gesagt bedeuten mir die meisten Leute, die wir hier besuchen, nichts. Was sie reden, ist belanglos und was sie machen, unsinnig. Ihr Verhalten ist ohnehin nicht an mich gerichtet, sondern an meine Familie. Es klingt herzlos, aber die Wahrheit wollen sowieso die Wenigsten erkennen. Ich fuehle mich manchmal hier so unbehaglich, dass ich am liebsten weg moechte. Ich hoere nicht zu, ich antworte nebenbei mit einigen Standardsaetzen, die in jede Situation passen.
Versteht es nicht falsch, ich liebe Vietnam trotzdem. Aber nicht diesen Urlaub, der ganz anders haette verlaufen koennen.
Doch dann denke ich an eine Handvoll Leute in Vietnam, die selbst jemanden wie mich mit offenen Armen empfangen. Mit denen ich sogar noch ueber die Jahre hinweg Kontakt gehalten habe und die mich irgendwie verstehen. Wegen ihnen bin ich gerne hier.
Falls sich jemand denkt, was so ein Text auf diesem Blog zu tun hat: Dies hier ist kein reiner Photoblog, sondern das, was ich daraus mache.
( Diese Tastatur hat keine Umlaute, deshalb liest sich der Text etwas seltsam. Bilder vom Urlaub kommen spaeter, da das Hochladen hier schwierig ist)
Versteht es nicht falsch, ich liebe Vietnam trotzdem. Aber nicht diesen Urlaub, der ganz anders haette verlaufen koennen.
Doch dann denke ich an eine Handvoll Leute in Vietnam, die selbst jemanden wie mich mit offenen Armen empfangen. Mit denen ich sogar noch ueber die Jahre hinweg Kontakt gehalten habe und die mich irgendwie verstehen. Wegen ihnen bin ich gerne hier.
Falls sich jemand denkt, was so ein Text auf diesem Blog zu tun hat: Dies hier ist kein reiner Photoblog, sondern das, was ich daraus mache.
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Ungewiss
Wie fühlt man sich, wenn man nicht weiß, was als Nächstes kommt? Wenn man sich über bald kommende Ereignisse freut, aber doch nicht weiß, was tatsächlich passieren wird? Oder wenn man eine furchtbar ärgerliche Nachricht bekommt, mit der man sich nicht vor anderen erklären kann? Wenn man einfach nicht mehr weiter weiß?
Man fühlt sich unbehaglich und unangenehm. Man hat in Wahrheit Angst vor der Zukunft. Davor, was sie uns bringt. Davor, was wir danach tun sollen.
Aber was tut man in solch einer Situation? Überreagieren und vollkommen durchdrehen hilft wahrlich nicht, doch immerhin könnte man sich so abreagieren. Und eine gezwungen gute Miene zum bösen Spiel machen wirkt nicht nur deprimierend für uns selbst, sondern auch aufgesetzt und künstlich für andere.
Künstlich wie so vieles in unserer Umgebung. Künstlich und falsch.
Falsches Verhalten, falsche Menschen, falsches Lächeln, falscher Umgang, falsche Sicht der Dinge.
Kann dann die Zukunft dann nicht nur noch besser werden?
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Früher und Heute
| Vom letzten Sommer |
Manchmal werden die Unterschiede so deutlich, dass man nur noch staunen kann.
Früher entschied ich zum Beispiel, dass dies ein reiner Textblog werden und bleiben soll, mit Kurzgeschichten, Gedichten, Zitaten und kleinen Alltagsberichten. Mittlerweile entwickelte er sich beinah eigenständig in einen Photoblog. Ich griff häufiger zur Kamera und schrieb lange so gut wie gar nichts mehr. Entweder fand ich dafür keine Zeit, die Kreativität fehlte oder ich fühlte mich einfach nicht danach. Ehrlich, ich ließ mich ein wenig hängen. Das soll sich nun ändern. Die Photos werden zwar nicht weniger, doch ich möchte hier mehr zum Lesen präsentieren.
Meiner Meinung nach war die Kamera viel unkomplizierter. Sie erzählte Geschichten mit Bildern, die alles Mögliche ausdrücken könnten. Und die Geschichten waren realitätsnah, echt und unverfälscht. Mit Wörtern ist es viel schwieriger zu erreichen.
Und nur als Erklärung: Ich verändere mich und den Stil meines Blogs, weil es manchmal eben Veränderungen braucht und man nicht immer auf der gleichen Stufe stehenbleiben kann. Dafür brauche ich mich nicht zu rechtfertigen :)
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Schere, Stein, Papier - Stein gewinnt
Unsere Finger greifen nach unten, pulen kleine Steine aus dem teilweise nassen und kalten Sand. Manchmal liegen sie auch im Wasser. Flach und leicht sollen sie sein, sonst springen sie nicht. Wir holen aus und werfen, um Steine auf dem Wasser laufen zu lassen. Schnurgerade rast er auf die Wasseroberfläche zu. Plätscher. 4 Sprünge hat mein Stein einmal geschafft, ein ungebrochener Rekord. Das Werfen der Steine sollte unbedingt noch einmal geübt werden.
Wir lachen und kreischen hysterisch und können fast nicht mehr damit aufhören.
Sollten wir aufhören? Unsere Finger frieren bei der Kälte noch zu.
Als wir weitergehen, sehen wir eine Insel aus riesigen Steinen in das Meer hineinragen. Als hätten ein paar Riesen beschlossen, aus Steinen einen Weg zum Meer zu legen. Und schon hüpft sie sicher von einem zum anderen Stein. Ich komme nur vorsichtig nach, denn zwischen den Steinen befindet sich natürlich Wasser und meine Kamera baumelt um meinen Hals. Am Ende wird die Anzahl der Steine immer kleiner, sodass der anfangs breite Spielraum zu einer dünnen Spitze wurde.
Dort vorne, auf einem einzelnen Stein, stellt sie sich dem Meer allein entgegen und beginnt, laut zu singen. Sie singt in die Richtung, wo niemand ist. Sie will nicht von anderen gehört werden, aber das ist unsinnig. Der Wind trägt ihre Stimme zu mir rüber, sie hört sich wunderbar sanft an. Sie breitet ihre Arme wie in Titanic aus, *knips* habe ich bereits davon ein Photo aufgenommen.
"Fuck, ich habe schon wieder einen Ohrwurm!", flucht sie plötzlich und wir lachen wieder lauthals.
Ich setze mich auf einen nicht flachen Stein (unkluge Entscheidung) und wir reden über Lieder, Liebe und die Zukunft. Ein langes Gespräch bahnt sich an. Währenddessen spüren wir die Eiseskälte der Meeresluft in unsere Körper kriechen.
Bis wir von einem imaginären Stein beworfen werden. Ja, ganz recht!
Da steht ein Mann hinter uns am Ufer und wirft uns unsichtbare Steine zu. Wir tun so, als würden wir sie auffangen, sie uns gegenseitig zuwerfen und wieder zurückschleudern. Eine ganze Weile geht dieses Spielchen. Man verrenkt sich auf seltsamste Weise, um das fliegende Objekt zu erwischen, lässt es aus Versehen ins Meer fallen oder Ähnliches.
Wir haben dabei viel Spaß und der Mann auch.
Als der Mann mich dann am Kopf trifft, ist Schluss; nun reicht es langsam. Sie hebt den Stein auf und gibt ihn mir. Prompt schleudere ich ihn ins Wasser.
Der Mann sucht derweil vergeblich am Ufer den Stein, den er selbstverständlich nicht mehr findet.
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Undankbarkeit
Was soll ich nur tun, dachte sie sich
Die Leute sagten Mach das, mach dies!
Und dann wurden ihre Anforderungen sicherlich
Unverschämter und mies.
Sie überrumpelten die Arme mit Wünschen und Aufgaben
Und machten selbst keinen Deut
Und ihre ach so ermüdeten Füße ragten
Hoch, so war und ist eben die Meut'.
Was soll man da schon machen
Die Faulen und Reichen regieren die Welt
Doch ohne ihre tatkräftigen,"treuen Vasallen"
Zerfällt alles zu nutzlosem Geld.
Dass man Geld nicht essen kann
Käme ihnen doch nicht in den Sinn
Keiner von den Einfaltspinseln besann
sich und senkte das viel zu stolze Haupt
mit dem hochgereckten Kinn.
Als sie alles geduldig erledigt hatte
Waren die Anderen froh und glücklich
für einen Moment
für einen Moment
Doch war sie beliebt wie eine Variable in Mathe
denn immer und überall
denn immer und überall
Spürte man ihre Verachtung augenblicklich.
Was solls, dachte das Mädchen und schlenderte dicht vorbei
Die Leute waren es von Anfang an nicht wert
Sie nutzten mich nur aus
Jetzt, wo ich es weiß, ist es auch egal
Denn ich habe mich als besser erwiesen.
Denn ich habe mich als besser erwiesen.
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Zu viel, zu schön
Also mache ich mich fertig und fahre mit Straßenbahn und Bus zum Ziel. Es schüttet wie aus Eimern draußen, sodass die Regentropfen laut an die Fensterscheiben prasseln. Als wollten sie mich einengen.
Zwischendurch lese ich ein Buch und esse Schokokränze, die nur halb in Schokolade eingetaucht worden sind.
Ich fahre nicht oft mit Bus und vergesse, den "Halt"-Knopf zu drücken, bevor ich da bin. Also steige ich an der nächsten Haltestelle aus und fahre eine Station zurück. Zum Glück hat es aufgehört, zu regnen.
Dann bin ich endlich da: am Strand.
Ich bin so froh, an der Küste zu wohnen.
Diese frische Meeresbrise ist es, was manchmal im Leben fehlt; sie ist genau das Richtige.
Über den Sand stampfe ich zu den Wellen und weiche zurück, als sie immer näher zu kommen scheinen.
Mir geht es plötzlich viel besser und ich fühle mich sehr lebendig.
Ich rufe eine Freundin an und schmiede mit ihr spontan Reisepläne für den nächsten Tag. Wir lachen und albern viel herum.
Danach versuche ich, Portraits von mir mit dem Strandsand und dem Meer zu machen und zucke jedes Mal hektisch zusammen, wenn ich einen Jogger oder einen Gassigänger mit Hund erblicke.
So, das wars. Genug für heute.
Ich packe meine Sachen ein und fahre wieder entspannt nach Hause.
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Bezaubernder Morgen der Ruhe
Als der Junge aufwachte, dachte er gar nicht daran, seine Augen zu öffnen. Er verschloss sie lieber vor der unwirklichen Realität, die somit spielend leicht verschwand. Sie ließ ihn dann in Ruhe und driftete immer weiter in die befreiende Ferne, bis sie nicht mehr zu sehen war...Ruhig lag er da.
Alles, was er jetzt wusste, war, dass er wach war und irgendwo lag. Vielleicht auf exotischen Inseln, in einer Phantasiewelt oder auch auf den kuschligen Wolken. Oder auch ganz woanders.
Aber es war auf jeden Fall traumhaft schön dort.
Er wollte sich einfach dieser Illusion hingeben und sehen, was sich daraus machen ließ.
Also atmete er tief durch, spitzte die Ohren und konzentrierte sich.
Der Wind blies durch die Bäume und ließ Blätter sanft rascheln. Vögel zwitscherten lieblich und rangen um die Aufmerksamkeit des anderen Vogelgeschlechts.
Kinder spielten und lachten fröhlich in der Ferne,was mussten die für einen Spaß haben.
Alles wirkte so harmonisch, als gäbe es ein Orchester voller Lebensfreude und Frieden, die die Luft mit herrlichen Klängen schwängerte. Für das Glück der Menschen.
Alles hatte eine so beruhigende, sanftmütige Stimmung. Und nichts könnte dies verderben.
Das spürte er.
"Ich könnte mich in dieser Welt verlieren", dachte der Junge nur.
Doch er ging noch weiter: Er begann, zu fühlen.
Er fühlte etwas Helles durch seine geschlossenen Augenlider schimmern und spürte gleichzeitig die kitzelnden Sonnenstrahlen auf der Haut .Auch der Wind beschloss, nun den scheinbar Schlafenden zu necken und rüttelte ihn leicht, aber unnachgiebig. Davon ließ sich der Junge nicht stören.
Von überallher spürte er den entspannenden Einfluss von Mutter Natur, die vergeblich versuchte, den Jungen zum Aufwecken zu bewegen.
Aber er wollte immer noch nicht aufstehen.
Er wollte überlegen, denn dazu würde er heute keine Zeit mehr haben.
Es war einfach fantastisch, alle Geräusche, Empfindungen und Gefühle in sich aufzunehmen.
Ihn durchströmte eine fließende Kraft, eine beinah magische Energie, er konnte es deutlich spüren, die ihn stärker und zuversichtlicher werden ließ.
Ob die Anderen ihn für verrückt erklären würden, wenn er ihnen das erzählte? Bestimmt.
Er war schon immer außergewöhnlich gewesen, das kann man nicht ändern.
Man hatte dem Jungen schon allerlei verrückte Sachen nachgesagt. Einfach, weil sie ihn sich nicht erklären konnten. Es war schon immer so. Wusste man nicht Bescheid, erfand man Märchen und Sagen, um das Unwissen interessanter zu gestalten.
Er war zweifelsohne sensibel und sehr nett zu anderen Leuten. Nun ja, hauptsächlich zu Jungs, denn er war zu schüchtern, um die Mädchen ansprechen zu können.
Es gab sehr wohl viele Menschen wie ihn. Die träumerische Seele im Niemands- und Allesland, der Körper aus Fleisch und Blut gefangen auf einem Planet namens Du-bist-wenn-du-unsere-Erwartungen-erfüllst.
Doch diese Leute würden so etwas nie zugeben in dieser leistungsorientierten Gesellschaft.
Im Gegensatz zu ihm, denn tief in seinem Innersten war er selbstbewusst und vertrat seine Meinung. Nur konnte er es anderen nicht zeigen.
Das sollte sich ändern.
Nochmals atmete er tief durch. Er war bereit.
Langsam und bedächtig öffnete er die Augen. Und blinzelte sehr vorsichtig, wie um seine Lebenseinstellung und seinen neu erlangten Mut und dieses Gefühl der Geborgenheit in der Natur nicht zerbrechen zu lassen.
Als seine Augen ganz offen waren, erblickte er zunächst ein Stück Stoff. Braun und etwas rissig ließ es den Sonnenschein hinein und blendete ihn. Dennoch fröstelte ihm. Er würde sich wohl umziehen müssen. Da lag er und starrte etlichen Minuten an diese seltsame Decke, bis ihm einfiel, wo er war.
Oh nein. Beinahe wollte er vor Resignation stöhnen, konnte sich aber zurückhalten.
Der Junge fühlte sich mit einem Mal entschlossen, er fühlte sich besser als je zuvor.
Was sollte an einem so schönen Tag denn Schlimmes hier passieren? Es ist nur das Übliche.
Er schöpfte Mut, denn heute hat er die Welt aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachtet als die meisten anderen Menschen. Noch nie hatte er seine Aufmerksamkeit der Schönheit der Natur gewidmet, denn dazu hatte er nie Zeit. Heute konnte er zum Glück auch nachdenken, das hatte er sich sehr gewünscht.
"WAS LIEGST DU HIER FAUL RUM? Steh gefälligst auf und mach dich endlich mal nützlich, Dummkopf!", schallte plötzlich eine wutentbrannte männliche Stimme in sein Zelt, die eine seltsam erhabene Macht zu haben schien.
"Ich komme schon!", antwortete der Junge zum ersten Mal lächelnd, schälte sich aus seinem Schlafsack, zog sich an und mischte sich unter die anderen Kinder.
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Lasst euch überschwappen
Die Epik, die Erzählende, beginnt langsam ihre Geschichten der Welt zu vermitteln und plätschert am Ufer vor sich hin...doch wenn das Erzählte das Herz oder Lachmuskeln berührt, schwappt das Wasser über und begräbt alle Zuhörer unter einer schützenden Schicht aus Phantasie. Unter ihr können die Menschen nach Herzenslust weinen, lachen und reden, ohne dabei auf jemanden Rücksicht nehmen zu müssen oder an ihren Alltag zu denken, wie auch immer er gewesen sein mag. Leute zeigen sich, wie sie wirklich sind und müssen sich nicht länger verstellen.
Sie leben den Augenblick, vergessen alles um sich herum und lassen sich fallen.
Wozu denn an gestern oder morgen denken?
Unter dieser Philosophie hüllt die Epik die Menschen ein und entführt sie in eine fremde Welt.
Sie leben den Augenblick, vergessen alles um sich herum und lassen sich fallen.
Wozu denn an gestern oder morgen denken?
Unter dieser Philosophie hüllt die Epik die Menschen ein und entführt sie in eine fremde Welt.
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