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Nah und doch so weit entfernt

Der Urlaub verlaeuft etwas anders, als ich urspruenglich dachte. Ich reise von einem Ort zum Anderen, sehe Bekannte und meine Familie wieder, die ich schon seit anderthalb Jahren nicht sah. Eigentlich muesste ich vor Freude jauchzen und jubeln und mich freuen, aber ich tue es nicht. Zumindest nicht zurzeit. Ja, ich komme aus Deutschland (Auslandsvietnamesin) und habe holprige Vietnamesischkenntnisse. Aber es liegt nicht an der etwas schwierigen Kommunikation, die die Sache scheitern laesst. Mit der Zeit merke ich immer mehr, dass ich einfach nicht dazugehoere, selbst wenn ich die Sprache perfekt beherrschen wuerde. Ich bin mit den ganzen Menschen hier nicht aufgewachsen, wir kennen einander nicht. Wir sind Fremde. Ich bin das Kind der bekannten Eltern aus Deutschland, das mal alle paar Jahre zu Besuch kommt. Und das wars. Ehrlich gesagt bedeuten mir die meisten Leute, die wir hier besuchen, nichts. Was sie reden, ist belanglos und was sie machen, unsinnig. Ihr Verhalten ist ohnehin nicht an mich gerichtet, sondern an meine Familie. Es klingt herzlos, aber die Wahrheit wollen sowieso die Wenigsten erkennen. Ich fuehle mich manchmal hier so unbehaglich, dass ich am liebsten weg moechte. Ich hoere nicht zu, ich antworte nebenbei mit einigen Standardsaetzen, die in jede Situation passen.
Versteht es nicht falsch, ich liebe Vietnam trotzdem. Aber nicht diesen Urlaub, der ganz anders haette verlaufen koennen.
Doch dann denke ich an eine Handvoll Leute in Vietnam, die selbst jemanden wie mich mit offenen Armen empfangen. Mit denen ich sogar noch ueber die Jahre hinweg Kontakt gehalten habe und die mich irgendwie verstehen. Wegen ihnen bin ich gerne hier.

Falls sich jemand denkt, was so ein Text auf diesem Blog zu tun hat: Dies hier ist kein reiner Photoblog, sondern das, was ich daraus mache.
( Diese Tastatur hat keine Umlaute, deshalb liest sich der Text etwas seltsam. Bilder vom Urlaub kommen spaeter, da das Hochladen hier schwierig ist)

2 Kommentare:

Clours Moments Feelings hat gesagt…

Schöner Blogg (:
Lust auf gegenseitigies verfolgen?♥

http://gruemelmonster.blogspot.com/

alanis hat gesagt…

Ich finde deine Gedanken sind da völlig verständlich, in Vietnam herrscht eine völlig andere Mentalität als in Deutschland. Auch wenn man die gleichen Wurzeln in sich trägt ist man eben doch ganz anders aufgewachsen und ganz andere Dinge haben einen geprägt, sodass man sich erst mal aneinander gewöhnen muss, sogar an die eigene Familie.

Das klingt jetzt abgedroschen, aber vielleicht sind deine Familienmitglieder nur schüchtern? Und sie können nicht so gelassen auf dich zugehen wie sie es gerne würden?
Als ich meine Familie auf den Philippinen besucht habe, habe ich nämlich genau die Erfahrung gemacht. Meine Familienmitglieder waren total laut und selbstbewusst, aber mir gegenüber waren sie still und ich hatte das Gefühl, dass sie den Kontakt mieden. Irgendwann haben sie sich ein Herz gefasst und sind in der Gruppe auf mich zugegangen, haben mir versucht zu erklären, dass sie mich gerne näher kennenlernen wollen, aber einfach nicht wissen was sie sagen sollen. Und wie sie es sagen sollen, da auch diese Sprachbarriere da ist. Ich könnte mir vorstellen, dass dies auch bei dir der Fall ist. Wahrscheinlich respektieren dich die Leute mehr als du ahnst, da sie eben komplett andere Signale senden, eventuell haben sie selbstkritische Bedenken, da du ja im hoch gelobten Europa lebst und sie wissen, dass du eigentlich einen anderen Standard gewöhnt sein müsstest und sie Angst haben sie könnten unter deinem Niveau sein (so irrsinnig es auch klingt). Es gibt so viele Gedanken, die ihnen durch den Kopf gehen könnten, aber dass sie dich NUR das Kind deiner Eltern sehen, das schließe ich mit Garantie aus.

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Ach übrigens, ich habe keine Lust auf gegenseitiges Verfolgen, solche Kommentare könnt ihr gerne woanders loswerden :)

 

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